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25 Jahre "Chihiros Reise ins Zauberland": Der Oscar-Coup aus Tokio

25 Jahre "Chihiros Reise ins Zauberland": Der Oscar-Coup aus Tokio

Portrait von Leonhard MertensLeonhard Mertens

Miyazakis Geisterbad startete am 20. Juli 2001 und schlug später Disney beim eigenen Spiel — bis heute über 18.000 Bewertungen, Schnitt jenseits der 8,5.

Ein Tunnel, der alles verändert

Chihiro will nicht aussteigen. Zehn Jahre alt, mürrisch, auf der Rückbank festgekrallt, während der Vater den Wagen in einen dunklen Tunnel lenkt. Was danach kommt, hat kein westlicher Animationsfilm je so gewagt: eine Stadt der Geister, in der die Eltern zu Schweinen werden und das Kind sich langsam auflöst.

Hayao Miyazaki brauchte für diese Prämisse keine Erklärungen. Der Film erklärt nichts, er zeigt. Rumi Hiiragi spricht die kleine Chihiro als abgekämpftes, störrisches Kind, das im Badehaus der Hexe Yubaba (Mari Natsuki) plötzlich um seinen eigenen Namen kämpft. Kein Trost, keine Abkürzung.

Wie Japan Hollywood überholte

Der Start am 20. Juli 2001 wurde in Japan zum Kulturereignis, das jeden bisherigen Rekord an der Kasse pulverisierte. Studio Ghibli hatte da schon Kultstatus, aber diese Zahlen sprengten den Rahmen eines Animationsfilms für den heimischen Markt komplett.

Dann kam der Marketing-Push von außen. Disney übernahm den internationalen Vertrieb, und zwei Jahre nach dem japanischen Theatrical Run holte der Film den Oscar als bester Animationsfilm. Ein handgezeichnetes Werk aus Tokio schlug die Pixar- und DreamWorks-Konkurrenz auf ihrem eigenen Terrain. Das war 2003 ein Bruch.

Warum er nach 25 Jahren immer noch hält

Miyu Irino gibt dem geheimnisvollen Jungen Haku eine Melancholie, die man selten in Zeichentrick hört. Der stille Geist No-Face, der im Badehaus zur Bedrohung anschwillt, gehört zu den unheimlichsten Figuren, die das Genre kennt. Nichts davon ist grobschlächtig auserzählt.

Über 18.000 Rückmeldungen, ein Schnitt jenseits der 8,5: Der Film steht bis heute an der Spitze dessen, was Ghibli hinterlassen hat. Keine Day-and-Date-Strategie, kein Streaming-Kalkül, keine Fortsetzung. Nur ein Tunnel, ein Kind und eine Stadt, die es eigentlich nicht geben dürfte. Das reicht. Immer noch.

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